Bleichgesichtige, nachtaktive Computerfreaks, die beim ersten Sonnenstrahl den Rollladen schließen. Kennt ihr die? Wir nicht! Der Sommer war lang und schön und wir waren: DRAUßEN! Ha!

Aber bevor es soweit war, mussten wir noch eine Bikeshed-Diskussion beenden und uns auf ein Logo einigen. Schalter und Schraubenschlüssel sind von nun an unser Erkennungsmerkmal und wurden auch schon vielfach geätzt, gefräst und gedruckt.

Doch nun zum spannenden Teil: Was treibt einen Hacker nach draußen?!

Da war zunächst die OHM2013.
Unter dem Slogan “Observe. Hack. Make.” trafen sich Anfang August ca. 3000 Hacker im Niederländischen Geestmerambacht, um das geschäftige Treiben vom Zerlegen und Zusammenbauen diverser Geräte auf dem Campingplatz fortzuführen.
Neben dem Luxus eines Zeltes mit Strom- und Internetanschluss gab es dabei auch allerhand spannendes zu sehen: vom Quadrokopter in Straußen-Form (zur Erinnerung: dieser Vogel kann eigentlich gar nicht fliegen!) über hochpräzise Geräte des niederländischen Forensik-Instituts bis hin zu prakitschen Maschinen, die z.B. auf Knopfdruck einen Crêpe samt Belag herstellen — zu finden beim metalab, dem Wiener Hackerspace.
Das Netz39 ließ sich nicht lumpen und präsentierte sich mit einer 5m durchmessenden Halbkugel in Form einer geodätischen Kuppel, in der wir unseren Stand aufbauten.
Diese Konstruktion aus vielen Dreiecken eignet sich nicht nur hervorragend, um Handtücher zu trocknen und Sonnensegel aufzuspannen – unser Pavillon war auch einer der wenigen, die trotz sehr starken Windes unangefochten stand.

Netz39 @ Ohm2013Netz39 @ Ohm2013

Weitere Informationen und Bilder vom Netz39 auf der Ohm gibt es hier

Bald darauf ging es weiter, diesmal im Wald des Schlosses Heinrichshorst ein Stück nördlich von Magdeburg.
Vier Mitglieder sind der Einladung gefolgt, an einem einwöchigen Windrad-Workshop teilzunehmen.
Angeleitet von drei erfahrenen Windrad-Konstrukteuren haben ein Dutzen Bastelbegeisterte Balken, Bretter, Eisenrohre und viel Kupferdraht in eine Windturbine nach einer Anleitung von Hugh Piggott mit 3m Durchmesser und 800W Leistung verwandelt.
Dabei durfte nicht nur gesägt und geschraubt, sondern auch gehämmert werden!

Netz39 @ Windmill workshopNetz39 @ Windmill workshop

Netz39 @ Windmill workshopNetz39 @ Windmill workshop

Die Meeresspiegel steigen, aber das Netz39 geht nicht unter:
Beim diesjährigen Pappbootrennen haben wir gezeigt, dass eine handvoll Hacker in der Lage ist, nur aus Pappe und Paketklebeband ein Boot zu bauen, mit dem zwei Leute nicht nur souverän das Rennen gewinnen, sondern auch noch zwei gemütliche Runden auf dem See fahren konnten.
Hier waren Ingenieure am Werk!

Zu guter Letzt haben wir uns – zum Abschluss der diesjährigen Draußensaison – mit einem Stand am Bucktopia-Festival beteiligt.

Aus Resten, die in den Wochen zuvor auf dem Gelände herumlagen und wiederverwendet werden durften, haben wir fast ein Haus gebaut und darin Workshops für Lötanfänger, die Herstellung von Knete und den Bau einer kleinen geodätischen Kuppel angeboten.

Netz39 @ BuckautopiaNetz39 @ Buckautopia

Das Fazit unserer Draußen-Aktivitäten:
Sollte die Endzeit kommen, können wir nicht nur brauchbare Behausungen bauen, sondern wissen auch, wie ein Windrad zur Stromerzeugung gebaut ist.
Bei Weltuntergang, geht ins Licht, dort sind wir!

Mehr Fotos unserer Aktivitäten außerhalb des sonnengeschützten Erdgeschosses könnt ihr auf dem Vortrag Hackers Outside am 28.10.2013 in unseren Räumen in der Leibnizstraße 32 sehen.
Dort fassen wir für alle Interessenten nochmal den Hacker-Sommer zusammen.

Vorträge finden bei uns nun regelmäßig an jedem vierten Montag im Monat statt.
Welche das genau sein werden, entnehmt ihr am besten unserem Wiki oder den Ankündigungen, z.B. auf Twitter, Facebook oder über unsere Mailingliste.

Aber auch sonst seid ihr als Gäste gern gesehen:
Wenn die blaue Lampe über unserer Tür leuchtet oder das SpaceStatus-Banner auf unserer Seite grün ist, steht unsere Tür jedem offen.
Besucht uns und lasst euch zum Basteln verführen!

Dieser Artikel von Stefan Haun erschien zuerst in der FIN.log im Oktober 2013 in der Ausgabe 28

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